HDR versus DRI
Fachbegriffe wie HDR und DRI machen seit einigen Jahren bei Fotografen und Bildbearbeitern die Runde, wenn es um die Erweiterung des Kontrastumfangs bei Fotos geht.
Was verbirgt sich aber hinter den beiden Begriffen und welche Methode ist die richtige zur Erzielung kontrastreicher Fotos?
DRI-Dynamic Range Increase
Hinter Dynamic Range Increase, was soviel wie Erhöhung des Kontrastbereichs bedeutet und oft auch als “Exposure Blending” bezwichnet wird, verbirgt sich die einfache Verschmelzung von 2 ( oder auch mehr ) Aufnahmen, die mit unterschiedlichen Belichtungen aufgenommen wurden. Man kann also z.B. zuerst eine Aufnahme mit den Belichtungsdaten des blauen Himmels und anschließend eine zweite Aufnahme mit den optimalen Belichtungseinstellungen für die Personen im Schatten eines Baumes machen. Auf dem ersten Bild wird der Himmel idealerweise im gewünschten gesättigten Blau erscheinen und dafür die Personen im Schatten kaum erkennbar sein, während auf der zweiten Aufnahme die Personen gut erkennbar, aber dafür der Himmel wahrscheinlich eher weiß erscheinen wird.
Mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie z.B. Photoshop montiert man dann diese beide Aufnahmen per Mittelwertbildung oder Ebenenmasken zusammen. Das Ergebnis ist ein ausgewogener Bildkontrast, allerdings ist der Kontrastumfang nicht wirklich dramatisch erhöht worden und am Ende hat man wieder ein Bild mit 8-bit Farbinformation.
HDR-High Dynamic Range
Aus Sicht der Aufnahme ähnelt die Herangehensweise zur Erzeugung eines HDR-Fotos dem eines DRI-Fotos. Man erzeugt mehrere Einzelbilder mit Hilfe von Belichtungsreihen, wobei deren Anzahl in der Regel zwischen 3 und 5 Bildern liegt. Ideal geht dies natürlich nur, wenn die Objekte im Foto sich nicht bewegen und die einzelnen Fotos deckungsgleich oder zumindestens fast deckungsgleich sind. Daher sollte auch die Schärfentiefe bei allen Aufnahmen identisch sein, was in der Regel zu der Empfehlung führt, die Blende konstant zu lassen und dafür über die Belichtungszeit die Variation durchzuführen.
Im Gegensatz zu DRI wird bei HDR eine Spezialsoftware benötigt, die die Einzelbilder zu einem echten 32-bit-Bild verrechnet. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von kostenlosen und kostenpflichtigen Tools, die in einem vorhergehenden Beitrag beschrieben wurden.
Da allerdings diese 32-bit-HDR Bilder am Bildschirm oder auf dem Drucker nicht im vollen Kontrast dargestellt werden können müssen sie am Ende auch wieder auf 16 bit oder 8 bit heruntergerechnet werden, was über die Tone Mapping Funktion dieser Programme geschieht.
Fazit
Mit der Verfügbarkeit von preiswerten bzw. auch kostenlosen Tools zur Erzeugung von HDR Bildern hat die Bedeutung der DRI-Methode drastisch abgenommen. Der Aufwand für die Aufnahmen ist ähnlich und nur die Art der Verrechnung macht den Unterschied, aber in fast allen Fällen ist mit HDR Algorithmen ein deutlich besseres Ergebnis erzielbar.
Tags: Fotografie, HDR



